23.03.2012

Weiteres Lokalwarenangebot in der Gemeinde Nonnweler

Am Donnerstag, den 15. März 2012 übergab der 1. Vorsitzende der KulturLandschaftsInitiative St. Wendeler Land e.V. (KuLanI), Werner Feldkamp das zweite Lokalwarenmarkt-Regal im EDEKA-Markt in Otzenhausen an Bernd Schneider. Bereits im Dezember 2011 wurde das erste Lokalwarenmarkt-Regal in Kastel in "Petersch - traditionell nah" an Herrn Schneider übergeben.Damit haben jetzt auch die Kunden im Raum Nonnweiler-Otzenhausen die Möglichkeit, lokale Produkte aus dem St. Wendeler Land zu kaufen.

Der erste Beigeordnete der Gemeinde Nonnweiler, Kurt Rech begrüßt dieses Angebot. „Es wird Zeit, dass wir uns des Wertes unserer Nahrungsmittel wieder stärker bewusst werden“. Als Berufsschullehrer für das Metzger- und Bäckerhandwerk weiß Kurt Rech, wovon er spricht. „Durch die massiven Werbekampagnen der Discounter für billige Nahrungsmittel ist vielen Menschen offensichtlich die Wertschätzung für Lebensmittel verloren gegangen“. Hier könnten die handwerklich von örtlichen Betrieben erzeugten und verarbeiteten lokalen Produkte einen wertvollen Beitrag leisten, damit zukünftig die Nahrungsmittel wieder eine höhere Wertschätzung erfahren. „Wer die Erzeuger und Verarbeiter von Lebensmitteln kennt, weiß sicherlich die Produkte und ihre Werte besser einzuschätzen“. Die stellvertretende Ortsvorsteherin von Otzenhausen Petra Mörsdorf begrüßt es ebenfalls, dass die Kunden jetzt auch die Möglichkeit des Kaufs regionaler Produkte haben. „Mit dem Lokalwaren-Regal wird dem Verbraucher jetzt auch in Otzenhausen ein kompaktes Angebot an lokalen Waren angeboten“, stellt sie zufrieden fest.

Werner Feldkamp und Michael Welter von der KuLanI weisen darauf hin, dass die Produkte auf der Grundlage lokaler Rohstoffe von Familienbetrieben und kleinen Unternehmen aus dem St. Wendeler Land in handwerklicher Tradition hergestellt werden. Ein wesentliches Merkmal sei, dass praktisch hinter jedem Produkt bekannte Personen und gleichzeitig auch interessante Geschichten stehen.
Erzeuger und Händler von lokalen Waren aus dem St. Wendeler Land haben sich in einem Partnerbetriebssystem zusammengeschlossen. Sie verfolgen gemeinsam das Ziel, den LokalwarenMarkt zu entwickeln. Dabei liegt der Schwerpunkt des Vertriebs in der Direkt-vermarktung. Die Erzeuger vermarkten ihre Waren direkt im eigenen Hofladen, auf Wochen-märkten, im Fahrverkauf oder in ausgesuchten Geschäften - wie etwa im Petersch – traditionell nah in Kastel und im EDEKA-Markt in Otzenhausen. Die KulturLandschaftsInitiative St. Wendeler Land e.V. (KuLanI) koordiniert als Bündler die Maßnahmen.
Die Bezeichnung „LokalwarenMarkt“ wurde abgeleitet aus der historischen Entwicklung der Versorgung unserer Dörfer: so wie vor einem Jahrhundert die „Kolonialwarenläden“ die lokale Grundversorgung aus der umliegenden Landschaft („Gemarkung“, „Bann“) mit attraktiven „globalen“ Produkten aus den Kolonien ergänzten, soll nach einer zwischenzeitlichen Umkehrung der Situation die heute globale Grundversorgung aus Supermärkten und Discountläden mit attraktiven „lokalen Waren“ ergänzt werden.

Für Bernd Schneider hat dieser Kolonialwarenbezug eine besondere persönliche Bedeutung: hat doch sein Urgroßvater vor über 100 Jahren in Kastel einen „Kolonialwarenladen“ eröffnet. Aber auch der EDEKA-Markt hat einen Bezug zu den Kolonialwaren und trägt den Begriff bis heute im Namen: Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler - kurz E. d. K. Gegründet 1898 in Berlin.

Aktuell bieten 8 Partnerbetriebe ihre Produkte im EDEKA-Markt an:
(1)    Wendelinushof                (Eierlikör, Glaswurst, sortenreiner Apfelsaft)
(2)    EZG St. Wendeler Ölsaaten        (Rapsöl und Würzöle)
(3)    Hofkäserei Johannishof            (Käse, Joghurt)
(4)    Bauernhofmetzgerei Boßert        (Glaswurst)
(5)    Kreisverband der Imker            (Honig, Met und Bärenfang)
(6)    Winterbacher Brennerteam        (Schnäpse und Liköre)
(7)    Joseph – Der Geflügelhof        (Nudeln)
(8)    OGV – Bosen                (Apfelsaft)